Leichtathletik Gemeinschaft

Kehdingen

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Rückblick

Am 14.11.1974 setzten sich die Vertreter der 5 Stammvereine der LG Kehdingen im Gasthaus Sieb im Wolfsbruchermoor zusammen, um die Gründung der LG Kehdingen zu beschließen.  

("Urvater" Siegfried Neltner)

Als Urväter dieser Leichtathletik Gemeinschaft können Siegfried Neltner und Berhardt Siebert angesehen werden. Siegfried Neltner, der bereits 15 Jahre in Drochtersen aktiv den Sport im TVG mitgestaltet hatte, verschlug es 1964 beruflich nach Freiburg, wo er im MTV sofort eine Leichtathletikabteilung gründete. Hier traf er auf den Polizisten Bernhardt Siebert, der kurz darauf von Nordkehdingen nach Drochtersen umzog. Beide verband eine tiefe Verbundenheit zur Region sowie zu den ansässigen Vereinen. Die Erkenntnis, dass nur Gemeinsamkeit stark macht, trieb beide an einen Tisch, um das Konzept der LG Kehdingen zu erarbeiten. Zu dieser Zeit  kam gerade der Junglehrer Dirk Ludewig nach Drochtersen, der nach eigener, erfolgreicher Leichtathletikvergangenheit für diese Idee gewonnen werden konnte. So ging von den beiden Vereinen in Drochtersen und Freiburg ein starker Impuls auf die Nachbarvereine aus. 

Die Vereinsvorsitzenden der Vereine TVG Drochtersen (Hans Wulff  ), SV Dornbusch (Klaus-Heinrich Waller), MTV Freiburg (Heinrich Hagedorn) und TV Wischhafen (Eckhard Arndt) unterschrieben dann an besagtem Termin die Gründung der Leichtathletik Gemeinschaft Kehdingen. 1982 schloß sich auch der VTV Assel der Vereinigung an.  Das alleinige Startrecht der Mitgliedsvereine für die Leichtathletikgemeinschaft wurde auch erst in diesem Jahr in der Satzung verankert. Bis dahin kam es vor, dass Aktive des VTV Assel sowie des TV Wischhafen noch unter ihrer Vereinsbezeichnung an Wettkämpfen teilnahmen. Das bereitete Probleme, wenn diese Teilnehmer in den Bestenlisten in der Mannschaft für die LG und einzeln für den Stammverein auftauchten. 

Somit starteten 1975 erstmals Athletinnen und Athleten der LG Kehdingen in ihren rot-weißen Vereinsfarben, die später als "Rothemden" gefürchtet wurden, auf Kreis -, Bezirks- und Landesebene. Die Dynamik der beiden Trainer Dirk Ludewig und Siegfried Neltner strahlte in den nächsten Jahren auf die Athleten der Gemeinschaft aus, so dass insbesondere starke Mannschaften große Erfolge auf  Bezirks- und Landesebene erzielen konnten. 1979 kam ein dritter Motor hinzu: Junglehrer Randolf Neltner zog es nach seinem Studium wieder in seine Heimat Freiburg an die dortige Schule zurück, wo er sich sofort nach bestandener B-Trainer-Prüfung der Leichtathletik widmete.Als 1983 noch der VTV mit Heinz Hilck und der TVW mit der B-Trainerin Inge Matza endgültig in die LG integriert wurden, wurden weitere Impulse gesetzt. Die LG Kehdingen sorgte in den Folgejahren für derartiges Aufsehen bis auf Bundesebene, dass Dirk und Randolf sogar auf Kreis- und Bezirksebene als Funktionäre berufen wurden. 

Während in den 70-er- und Anfang 80-er-Jahren eine solide Grundlage für die späteren Athletinnen und Athleten insbesondere über Mannschaftmehrkämpfe gebildet wurde, machten Ende der 80-er- und Anfang der 90-er-Jahre einzelne Athletinnen und Athleten von sich reden. Der erste größere Erfolg gelang einigen Aktiven 1986 .Der erste Deutsche Meistertitel in der Geschichte der Leichtathletik-Gemeinschaft Kehdingen wurde in diesem Jahr durch Inge Matza als Seniorin im Hochsprung  geholt. Carmen Neltner wurde Deutsche Vizemeisterin im Vierkampf der Schülerinnen A .1989 machte es ihr Carmen Inge nach indem sie den Deutschen Meistertitel  im Weitsprung der weiblichen Jugend B an die Unterelbe holt. Es folgten weitere Deutsche Vizemeistertitel im Siebenkampf und Blockwettkampf sowie der erste Gesamtdeutsche Meistertitel der weiblichen Jugend A im Weitsprung. Carmen ist auch die erste Teilnehmerin der LG an einer Weltmeisterschaft, nämlich an den Juniorenwelt- meisterschaften in Plovdiv/Bulgarien. Das kleine Dorf Dornbusch sorgte mit André Funck 1991 für den dritten Titelträger der LG. Er wurde bei den Schülern A Titelträger im Achtkampf. Später zog es André nach Hessen an eine Sportschule. 

Seit Mitte der 90-er-Jahre ist nun ein weiterer Stern am LG-Himmel aufgegangen: Thorben Müller vom SV Dornbusch. Mehrere Titel im Hochsprung auf niedersächsischer Landesebene sowie im Mehrkampf und die  Aufnahme in den D/C-Kader 1999 lassen große Hoffnungen für die Zukunft aufkommen.

Aus dieser kurzen Übersicht läßt sich erkennen, dass die Leichtathletik Gemeinschaft Kehdingen immer sehr viel Wert darauf gelegt hat, eigenen Nachwuchs zu finden und zu fördern. Die beispielhafte Talentsuche und Förderung durch die enge Zusammenarbeit mit den Schulen in Kehdingen sowie den gemeinsamen Aktionen sorgten unter der Bezeichnung "Das Kehdinger Modell" lange Jahre für Furore. Die langjährige Belastung einiger weniger tragender Personen hat nun aber doch zur Ermüdung geführt: wie in allen Bereichen des Sports bekommt die LG Kehdingen nun auch die Probleme der ehrenamtlichen Tätigkeit im Sport zu spüren: es gibt keinen Nachwuchs! 

Ziele

Die Leichtathletik Gemeinschaft Kehdingen hat sich mit ihrer Gründung das Ziel gesetzt, eigene Talente aus der Region Kehdingen zu sichten und zu fördern. Das Gefühl der Gemeinschaft soll in Mannschaften aus allen Orten Kehdingens gestärkt werden. Gleichzeitig erhalten die Athletinnen und Athleten auf diese Weise die Chance, auf höherer Ebene starten zu können. 

Arbeitsschwerpunkte

Eine solide Grundlage im Schüleralter bietet der Mehrkampf, auf den sich im späteren Jugend- und Erwachsenenalter eine Spezialisierung in einer oder mehreren Disziplinen aufbauen läßt. Die besondere Qualifizierung der Trainer hat dazu geführt, dass diese Spezialisierung insbesondere im Sprint/Sprung-Bereich stattfindet.

Um das Gemeinschaftsgefühl der Aktiven aus den Stammvereinen zu fördern, werden gemeinsame Talentförderlehrgänge der einzelnen Altersklassen durchgeführt.Auf diese Weise sollen sie Kontakt zu ihren "Mannschaftsmitgliedern" erhalten.

 Lage

 Kehdingen liegt in Nord-Niedersachsen rechtsseitig der Unterelbe zwischen Stade und der Ostemündung. Die Elbmündung bei Cuxhaven liegt nur wenige Kilometer entfernt.

Außer den der LG Kehdingen angeschlossenen Vereinen aus Assel, Drochtersen, Dornbusch, Wischhafen und Freiburg gehören zur Landschaft Kehdingen noch die Ortschaften Balje, Oederquart und Bützfleth. Letzterer Ort gehört  seit einigen Jahren zur Stadt Stade.

Kehdingen wird häufig verwechselt mit dem Alten Land nordwestlich von Hamburg, da beide Regionen vom Obstanbau geprägt sind. In Kehdingen spielt die Pferdzucht und der Ackerbau jedoch noch eine große Rolle. Daraus läßt sich entnehmen, dass das Kehdinger Land sehr stark ländlich geprägt ist. Der größte Ort Kehdingens ist die Gemeinde Drochtersen mit seinen Ortsteilen, wozu auch Assel und Dornbusch gehören. Die Samtgemeinde Nordkehdingen ist  repräsentiert durch Freiburg und Wischhafen.